Alle Episoden
Bernard Williams: Moral Luck
In dieser Episode diskutieren wir über den Begriff des Moralischen Zufalls (Moral Luck) der vom englischen Moralphilosophen Bernard Williams geprägt wurde und seit der Veröffentlichung seines Textes „Moral Luck“ 1981 einen prominenten Gegenstand der philosophischen Debatte darstellt. Williams stellt die traditionelle Vorstellung infrage, dass nur kontrollierbare Handlungen moralisch relevant sind, indem er anhand von Beispielen aufzeigt, dass Glück oder Pech, sowie Erfolg und Misserfolg eine Rolle bei der moralischen Bewertung unserer Handlungen spielen. Damit greift er die besonders im deutschsprachigen Raum sehr verbreitete ethische Konzeption Immanuel Kants an, der moralische Verantwortung auf den guten Willen und Handlungen unter eigener Kontrolle...
Sapere Interview: Lena Schützle - "Compassion"
Lena Schützle setzt sich in ihrer Doktorarbeit intensiv mit dem Begriff des Mitgefühls auseinander. Im Zentrum ihrer Untersuchung steht insbesondere die Idee der „Compassion“, wie sie von Ryōsuke Ōhashi im Spannungsfeld zwischen buddhistischer Theorie und der westlichen phänomenologischen Tradition entwickelt wurde.
Im Gespräch wird unter anderem der Begriff der „Leere“ heraus gearbeitet, wie er in der Kyoto-Schule geprägt wurde, um Ōhashis Verständnis von Compassion besser zu verstehen. Diese „Leere“ zeichnet sich durch eine Auflösung der Grenze zwischen dem eigenen Selbst und den Anderen aus und beschreibt ein grundlegendes Mit-Sein, das über ein bloß moralisches Mitgefühl hinausgeht.
Vielen Dank an Lena...
Nicolas Langlitz: Is there a Place for Psychedelics in Philosophy?
In der aktuellen Episode diskutieren wir über den Text „Is there a Place for Psychedelics in Philosophy?“ des deutschen Philosophen und Historikers Nicolas Langlitz. Er hat sich der Aufgabe verschrieben philosophische Feldforschung zu betreiben und untersucht wie sich Alltagserfahrungen und Erkenntnisse aus verschiedenen empirischen Wissenschaften, wie z.B. der Neurowissenschaft in die Philosophie integrieren lassen. Die Auseinandersetzung mit psychedelischen Erfahrungen die durch psychoaktive Substanzen induziert werden dienen Langlitz und uns als Ausgangspunkt um zu fragen: Was ist eigentlich Philosophie?
Weihnachtsfolge: A Christmas Carol
Im diesjährigen Weihnachtsspecial beschäftigen wir uns wieder einmal mit Charles Dickens bekanntestem Werk „A Christmas Carol“. Dieses im 19 Jh. entstandene Werk stellt bis heute den zentralen Fokus für die philosophische Auseinandersetzung mit dem Thema Weihnachten in der angelsächsischen Welt dar. Hintergrund unserer Interpretation ist das Kapitel „Sympathy and Spectacle in Dickens a Christmas Carol“ aus dem 2000 erschienen Buch „Scenes of Sympathy; Identity and Representation in Victorian Fiction“ der kanadischen Philosophin Audrey Jaffe.
Hilary Putnam: The Meaning of Meaning
Der einflussreiche Sprachphilosoph Hilary Putnam entwirft in seinem viel diskutierten Aufsatz „the Meaning of Meaning“ das Gedankenexperiment der Zwillingserde. Die Zwillingserde ist eine exakte Kopie unserer Erde und alle verhält sich hier genauso wie auf unserm Planeten, inklusiver aller Menschen, deren Sprache und deren Gedanken und Gefühle. Der einzige Unterschied zu unserer Erde ist die chemische Struktur des Wassers: Während auf unserer Erde die Summenformel H 2 O gilt, trifft auf der Zwillingserde die Formel X Y Z zu. Genau wie H 2 O ist auch X Y Z farblos, geruchlos, nass und löscht den Durst. Die chemische Struktur ist...
David Chalmers: The Extended Mind
In seinem 1998 zusammen mit Andy Clark veröffentlichten Paper „The Extended Mind“ befasst sich der einflussreiche australische Philosoph und Kognitionswissenschaftler David Chalmers mit folgender Frage: Wo endet das Bewusstsein und wo beginnt der Rest der Welt? Anhand von Beispielen tritt Chalmers für einen „active externalism“ ein, d.h. er argumentiert dafür, dass der menschliche Geist schon immer von der Welt außerhalb des Kopfes beeinflusst ist, und seinerseits auf die äußere Welt einwirkt. Eine besondere Rolle spielt für diesen Ansatz die Sprache.
Viel Vergnügen mit der Folge!
Iris Marion Young: Responsibility and Global Justice
In ihren Aufsatz „Responsibility and Global Justice – a social connection model“ untersucht, die amerikanische Politikwissenschaftlerin Iris Marion Young, wie soziale Prozesse und Strukturen globale Ungerechtigkeiten erzeugen und wie moralische Akteure Verantwortung dafür übernehmen können. Mit dem „Social Connection Model“ stellt sein ein Modellvor, das zeigt, dass alle Akteure, die durch ihre Handlungen zu strukturellen Prozessen beitragen, die Ungerechtigkeiten erzeugen, Verantwortung tragen, diese zu beheben. Am Beispiel der global operierenden Textilindustrie illustriert sie dabei ihre Definition von struktureller Ungerechtigkeit und entwirft eine Theorie der globalen Gerechtigkeit, die soziale Verpflichtungen und kollektive Verantwortung berücksichtigt.
Immanuel Kant: Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen
In der aktuellen Episode beschäftigen wir uns mit Immanuel Kants Aufsatz „Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen“. Diese Schrift stellt eine Reaktion des Königsberger Philosophen auf einen Einwand dar, den der frankophone Staatstheoretiker Benjamin Constant gegen Kants Moralphilosophie erhebt. Constant behauptet, dass ein unbedingt geltendes Lügenverbot, wie es sich aus der Rezeption der Werke Kants ergibt, jegliche Form von Gesellschaft unmöglich machen würde. Kant arbeitet sich in seiner Antwort an einem kontroversen Beispiel ab und seine Argumentation gewährt tiefe Einblicke in sein systematisches Denken in Bezug auf seine Moraltheorie, in deren Zentrum die verschiedenen Formulierungen des kategorischen Imperativs...
Robert Nozick: The Experience Machine
In dieser Episode beschäftigen wir uns mit dem berühmten Gedankenexperiment „the Experience Machine“, das der amerikanische Philosoph Robert Nozick in seinem 1974 erschienenen Werk „State, Anarchy and Utopia“ formulierte. Mit dieser Denkfigur versucht Nozick der Frage auf den Grund zu gehen, ob das zentrale Element im menschlichen Leben darin besteht (positive) Empfindungen haben, etwas zu erleben. Dazu stellt er uns vor die Aufgabe uns vorzustellen, wir könnten unser Gehirn an eine Maschine anschließen lassen, die uns mit simulierten Erlebnissen versorgt, die in uns positive emotionale Zustände hervorrufen, während unser Körper regungslos in einem Tank liegt und mit allen notwendigen Nährstoffen...
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