Friedrich Nietzsche: Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne
Shownotes
Musik: Vipo Maat, Simon Kahn-Ackermann, Richard Rupp. Logo: Celine Edinger. Schnitt: Julius Püttner. Special Thanks: Julius Püttner. Podcaster: Julius Püttner, Manuel Schäfler, Richard Rupp.
Transkript anzeigen
00:00:11: Herzlich willkommen zu Sabre Audio, dem Philosophie-Podcast für alle.
00:00:15: Gegenüber von mir, Manuel Schäfler!
00:00:17: Schön einen guten Tag.
00:00:18: und rechts vor mir Julius Pütner.
00:00:20: Hallo
00:00:21: Wir gemerkt haben wir den Kilian einfach mal kurz ersetzt Und zwar durch den Julius.
00:00:26: Der Julius hat uns in letzten Monat ganz viel im Podcast unterstützt Genau und Teil seines Praktikums ist jetzt eben auch diese Aufnahme.
00:00:34: Wir freuen uns da wirklich sehr drauf.
00:00:35: Das wird sehr spannend.
00:00:37: Ja Julius du studierst im Bachelor an der Hochschule für Philosophien
00:00:41: Ganz genau, jetzt im dritten Bachelorsemester.
00:00:44: Und gleich erste Podcast-Aufnahme?
00:00:46: Ja, schauen wir mal!
00:00:48: Ich bin sehr gespannt.
00:00:49: Wie geht es dir?
00:00:49: Bist du aufgeregt?
00:00:50: Also ziemlich aufgereght ja, dass das quasi das erste philosophische etwas, das ich vor mir heraus in die Welt bringe aber... Nee, ich bin auch sehr sicher, dass wir Spaß damit haben werden.
00:01:01: Ich habe den Text schon gut gelesen und ganz gelesen.
00:01:04: deswegen sollte es keine Folge mit der Blamage werden.
00:01:10: Du hast dir ja keinen philosophischen Standardtext im Sinne von, das hat jeder einmal gelesen, der irgendwie Philosophie studiert hat ausgesucht.
00:01:21: Sondern du hast ja schon einen Text ausgesuchten von Nietzsche über Wahrheit und Lüge im außenmoralischen Sinne, der doch ein bisschen spezieller ist.
00:01:32: Vielleicht kannst du kurz was zu sagen, warum du den Text ausgesetzt hast?
00:01:37: Also ich habe den Text in meinem zweiten Semester gelesen.
00:01:40: Das war der allererste Nietzsche-Text, der mir untergekommen ist und ich war von dem Text sehr beeindruckt weil einerseits habe ich mir gedacht okay Philosophie kann auch sprachlich irgendwie anders als sachlich sein.
00:01:53: das habe mich sehr beeinflusst und desweiteren spricht einfach enorm viele enorm komplexe Themen auf eine sehr saloppere Art und Weise an.
00:02:02: es fand ich irgendwie einfach sympathisch und quasi ja gewagt.
00:02:06: Es hat mir gefallen aber besonders dass so inhaltlich fand den sprachtheoretischen bzw.
00:02:11: sprachphilosophischen und auch den erkenntnistheoretischem Teil, also vor allem der Wahrheitsbegriff hat mich interessiert.
00:02:17: Ja dann steigen wir doch mal ein.
00:02:18: das ist doch eine ganz schöne Zusammenfassung.
00:02:19: worum es in diesem Text geht nämlich sowohl eine Sprachkritik als auch eine Sprachtphilosofie als auch einer Erkenntniskritik, als auch Eine Erkenntnispilosophie und eine Wissenschaftstheorie hängt da drin.
00:02:30: Wir versuchen das jetzt mal irgendwie aufzudröseln.
00:02:33: für euch zu dem Text noch Der Text ist relativ früh von Nietzsche verfasst.
00:02:37: Der Text wird auf XVIIIIII datiert.
00:02:40: Nietzsche hat ihn zu seinem Lebzeit nicht veröffentlicht, der Text ist aber tatsächlich dann doch sehr bekannt und sehr berühmt und gehört zu sehen bekannteren seiner Nachlasswerke.
00:02:50: Genau es ist also noch ein relativ früher Nietzschianischer Text in dem er sich jetzt ganz breit mit den Denkern und Position seiner Zeit auseinandersetzt, sich auch ein bisschen über sie lustig macht um am Ende irgendwie seine eigene Position stark zu vertreten Die darauf hinausläuft, dass wir uns als kreativ Schaffender begreifen sollen und nicht die ganze Zeit in irgendwelchen Wahrheits- und Vernunftskategorien.
00:03:18: Die Welt zerdenken soll bzw.
00:03:19: die Weltauf reduzieren sollen.
00:03:20: aber wie fängt er denn überhaupt erst mal an?
00:03:23: Also du hast jetzt eine ganze Menge an Thematiken angerissen.
00:03:29: Erfreulicherweise ist der Text von Nietzsche sehr klar.
00:03:34: Weswegen es auf die Ersten Fragen, zumindest auch textbasierte Zitate gibt dir eine Antwort liefern.
00:03:43: Nämlich auf die Frage nach der Sprachphilosophie fragt Nietzsche selbst was ist ein Wort?
00:03:49: Nähmlich Die Abbildung eines Nervenreizes in Lauten vor dem Nervenkreis.
00:03:54: aber weiter zu schließen auf eine Ursache außer uns ist bereits das Resultat einer falschen und unberechtigten Anwendung des Satzes vom Grunde.
00:04:03: Und auf die frage Was ist also Wahrheit?
00:04:05: kurz eine Summe von menschlichen Relationen.
00:04:09: Was meint er denn mit dieser Anwendung des Satzes vom Grunde, das würde man ja heute nicht mehr so sagen?
00:04:14: Also Nietzsche sagt ja im Ganzen die Abbildung eines Nervenreizs sind lauten ist ein Wort vor dem Nerven-Reiz.
00:04:22: aber weiter zu schließen auf eine Ursache außer uns Ist bereits das Resultat einer falschen und unberechtigten Anwendungen des Satzes vom GrundE.
00:04:31: also Befreipte einen naturalistischen Fehlschluss.
00:04:35: dass Ursache für den Nervenreiz, also ein Wort zu formen außer uns liegt ist keine berechtigte Anwendung des Satzes weil es eben keinen Grund dafür gibt.
00:04:48: Und wie entsteht dann so einem einfachen Beispiel nach Nieter?
00:04:51: Ein Wort.
00:04:52: Also wir haben eine Auf- und Wir haben dann eine Wahrnehmung in irgendeiner Form als einen Nerven Reiz und den wandeln wir und den benennen wir.
00:05:00: dann geben mir irgendwie ein Wort.
00:05:03: Genau!
00:05:04: So wie ich das.
00:05:04: Ich will Nietzsche erst mal betonen, dass das Ganze irgendwie etwas arbiträrer vonstatten geht als die Menschen erstmal meinen.
00:05:15: Also da kommt er dann auch später zu sprechen in dem man quasi sagt also dadurch, dass Sprache sich über die Zeit so eingebürgert hat erscheint sie uns kanonisiert.
00:05:26: aber also Nietzsch würde das auf jeden Fall ablehnen und sagen erst einmal ist es zustande kommen von Sprache und da ist der erste Schritt natürlich des Zustandekommens von Worten.
00:05:34: Keine, keine notwendige Sache.
00:05:36: Es gibt keine kausale Beziehung die irgendwie dazu führt dass ich genau diesen Reiz mit genau diesem Bild verbinde und dafür dann auch dann genau diesen laut irgendwie verwende.
00:05:45: also Genau er will irgendwie betonen das es nicht so natur gegeben ist wie manche Menschen meinen.
00:05:53: Das ist ja auch ganz spannend weil Nietzsche in dem Text bereits verschiedene Arten von begriffen klassifiziert.
00:06:02: zum einen Er kannte irgendwie so etwas wie Gnomen.
00:06:08: Also Pflanzen, Bäume und Steine.
00:06:11: Und er kannte erst mal an ja?
00:06:15: Dann erkannte die Attributen also die Adjektive auch irgendwie an aber philosophiert schon darüber warum der Baum männlich ist und die Schlange weiblich.
00:06:28: Da gibt er erstmal keinen Sinn.
00:06:32: Und dann geht da aber noch eine Stufe weiter und benennt ja auch schon das Problem von Qualia in einer sehr einfachen Form, was ich ansprechen finde.
00:06:43: Wir sagen halt der Stein ist hart, aber was hart?
00:06:48: Das ist eine subjektive Reizung.
00:06:50: Also denken wir mal daran wenn wir auf ein Stück Brod beißen, dann ist es für den einen schon hart, für den anderen ist es noch in Ordnung.
00:06:58: Diese subjektiven Reizungen Er kennt er schon... ...Achzehn, drei und siebzig an.
00:07:04: Ist ja auch das Qualia-Problem.
00:07:07: oder Qualias sind dann schnell ein Problem in der Philosophie, weil... Ne man was ist?
00:07:12: Was ist eigentlich ein Qualia?
00:07:13: Wie beschreibt man das am besten?
00:07:14: am kürzesten?
00:07:14: Hast du da eine kurze Begriff benutzt hast?
00:07:17: Das ist ja auch ein philosophisches Grundproblem tatsächlich!
00:07:21: Also es gibt ja so etwas wie Begriffe.
00:07:23: wir sagen die Röte oder dass hat er und darunter subsumieren wir irgendwie Sehr viele subjektive Sinne ist Eindrücke.
00:07:34: Und was ist jetzt mit dem Harten?
00:07:37: Existiert das irgendwie objektiv in der Welt oder ist es eine Zusammenfassung von Attributen, oder ist das ein subjektiver Vergleich den nur ich für mich treffen kann?
00:07:51: und insofern berühren Qualia immer immer das Problem des fremdpsychischen dass wir uns darüber verständigen müssen, ob etwas hart ist oder ob etwas rot ist.
00:08:02: Vielleicht die Farbe türkises sein gutes Beispiel, wo man sich darüber streiken kann, ob das zu grün tönen oder zu blau tönen zugewandert
00:08:10: wird.".
00:08:11: Und Nietzsche würde sich da dann verorten und sagen ja, es ist erstmal einfach ziemlich subjektiv.
00:08:15: Da gibt's auch nicht wirklich viel mehr zu sagen, der Rest ist einfach nur Konsens!
00:08:18: Also es gibt nicht die Röte, es gibt keine Rohtheit, die in irgendeiner Form festgelegt ist, sondern es gibt einen Reiz den wir haben Und wir haben uns dann halt irgendwie darauf geeint.
00:08:27: Ich meine, da ist auch dieses Münzbeispiel eigentlich so schön das dann als rot zu beschreiben und mehr gibt es dann einfach zu dem Thema nicht zu sagen.
00:08:34: Das Münz Beispiel ist ein sehr schönes und aber noch ein anderes, das bisschen früher genannt wird.
00:08:39: hier wendet sich Nietzsche gegen so etwas was er quasi Urform nennt.
00:08:45: Da verwendet das Beispiel des Blattes.
00:08:47: also weil eigentlich wenn ich erst mal Blatt sage will ich damit ja irgendwie ein besonderes Blatt, das sich irgendwie gerade anschaue oder so bezeichnen.
00:08:58: Aber weil Blatt im Begriff ist, müssen da ganz viele andere quasi Blätter die andere, die man sonst meinen könnte drunterfallen und so geht irgendwie die Wesenheit von dem eigentlichen Erlebnis des für das zustande kommendes Wort es verantwortlich ist quasi dass geht verloren.
00:09:16: also irgendwie gibt's quasi einen Disconnect zwischen dem was ich sage dem wo es aber quasi eigentlich herkommt und was ich damit meine.
00:09:26: Aber jetzt kann man sich ja die Frage stellen, das scheint ja aber erst mal ist es wirklich dann so dramatisch dass es diesen Disconnect gibt?
00:09:32: Ist das so ein großes Problem?
00:09:34: Weil... Das ist ja erstmal ein ganz toller Vorteil, dass wir uns alle irgendwie darüber unterhalten können also dass wir einen Begriff haben für alle Blätter ne für das Papierblatt aber auch für jedes Blatt das an einem Baum dran hängt und wenn nicht jedes Mal uns irgendwie krass drüber unterhalten.
00:09:52: Also wenn wir nicht jedes Mal ein Konflikt darüber haben, wie wir jetzt dieses Einzelding oder auch diese Gattung irgendwie benennen, dem verwährt er sich ja eigentlich da nicht oder doch?
00:10:01: Ich hätte die Intuition zu sagen schon ein bisschen weil so ich das gelesen habe hat Nietzsche den Eindruck dass durch, ich sag mal eine unreflektierte Verwendung von Begriffen so... also wenn man das quasi vergisst, dass da irgendwas verloren geht dann bekommt man ihm zufolge irgendwie ein falsches Verständnis davon, wie die Realität nennt das und nicht Wirklichkeit.
00:10:23: Wie die Realitet aufgebaut ist.
00:10:24: also wenn ich eben vergesse dass eigentlich erst mal jedes Blatt für sich ist und nicht alles irgendwie unter diese eine Kategorie blatt fällt dann könnte ich irgendwie meinen da es quasi so etwas wie eine Urform des Blattes gibt nach der dann alle Blätter die in der Möglichkeit oder in der Realität existieren quasi Nachahmungen sind und aber irgendwie daran orientiert sind.
00:10:48: Aber Nietzsche würde sagen, so ist unsere Realität nicht entstanden?
00:10:53: Beziehungsweise nicht so ist die Realität noch nicht entstand, sondern so ist es unsere Realitäten strukturiert.
00:11:00: Er macht einen extremen Wellenswertenpunkt auf.
00:11:06: Wir können davon ausgehen dass unsere Sprache eine Referenz zur Wirklichkeit hat.
00:11:12: Das heißt, wenn ich Tisch sage bezeichne ich einen Tisch der real ist oder wenn ich Blatt sage bezeichne ich ein Blatterstrealist.
00:11:23: Aber dann kommen wir zu zumindest philosophisch relevanten Problemen das es Begriffe gibt die co-extensionale sind also dass es Begriffe sind deren Bedeutung sich auf mehr als einen Gegenstand oder zumindest mehr als eine Gattung bezieht.
00:11:45: Also wenn ich Platz sage, beziehe es sich auf viele Blätter oder wenn ich Schloss sage, Bezieh's sich auch einen Türschlauss und auf ein... Auf eine Burg!
00:11:55: ...auf einer Burg ja?
00:11:56: Und dann ist der Wahrheitswert dieser Referenz nicht mehr gegeben.
00:12:02: Dann ist entweder der Referenz bezüglich des Begriffes falsch Die Referenztheorie der Sprache ist falsch.
00:12:14: Nietzsche's Lösung wäre, wasch vermutlich eher zu sein.
00:12:16: die Referenztheorie dersprach ist falsch?
00:12:18: Das wär.
00:12:20: auf jeden Fall würde Nietzche das sagen weil Sprache Abstraktion von Nervenreizen sind und Nervenreize sind Abstraktionen der Wirklichkeit.
00:12:32: Und in dieser sich abstrahierenden Welt ist es Sprache Ein sich selbst so vollkommenendes System, dass selbst deine eigene Wahrheit schafft.
00:12:42: Das ist ja auch ganz interessant, weil warum sind wir denn auf diese Wahrheit angewiesen?
00:12:46: Oder er sagt die Wahrheit hat ein starkes soziales Moment.
00:12:50: also diese Wahrheitsbildung, die schiebt eher in den sozialen Bereich rein.
00:12:55: Ich denke Nietzsche meinte, Wahrheit entstand quasi erst mit der Sprache.
00:13:00: Also erst sobald Menschen miteinander geredet haben und sich irgendwie aufeinander eiding mussten hat es irgendwie sowas wie Wahrheit.
00:13:07: und das bedeutet quasi die Wörter so verwenden, wie das in der Konvention üblich ist damit alle wissen was man meint.
00:13:14: Das setzt erst mit der Entstehung von Gesellschaft usw.
00:13:18: ein und damit dann auch gleich das Gegenteil des Nietzschechen der Wahrheit gegenüberstellt ein.
00:13:25: und das wäre eben die Lüge.
00:13:27: aber was er auch meint weil er ja sonst immer den Intellekt an den Menschen oder die Vernunft des Menschen, die so hochprojektiert wird kritisiert.
00:13:37: Hier sagt er dann eigentlich geht es den Menschen weniger um die Wahrheit oder um die Lüge an sich selbst sondern es geht dem Menschen nur um die zuträglichen oder eben schädlichen Folgen von einer Wahrheit und einer Lügel.
00:13:50: So meint er zum Beispiel auch dass die Menschen wenn es eine Wahrheit gibt die aber schädliche Folgen mit sich bringt diese Wahrheit genauso fürchten wie eine Lügge die Schädliche folgen mit sie bringt.
00:13:59: Das machen wir das natürlich auch im Vorgespräch gemeint.
00:14:02: Er schließt sich da ja an den Hops eben an und sagt okay, der Urzustand von uns das ist erstmal irgendwie so ein Kriegerisches Moment.
00:14:10: Das ist erst mal irgendwie ein radikales Aller gegen Alle.
00:14:12: Und das heißt in dem Moment wo wir die Sprache haben gibt es dann auch diesen sozusagen diesen Friedenschluss.
00:14:18: also in dem moment ist das moment wo wir das aufheben können und aus der Sprache heraus also praktisch außen im sozialen ethischen moment irgendwie raus fangen wir aber auch über Wahrheit und Lüge zu sprechen.
00:14:28: er will jetzt aber explizit über Wahrheit und Lüge im außer- moralischen Sinn sprechen, ne?
00:14:33: Also ich hier ist noch mal wichtig zu betonen glaube ich.
00:14:35: Dass er Hopps auch zitiert und den Bellum Omnium Contra Omnis, den Krieg aller gegen alle heraubeschwört und für wahr hält dass er sagt naja der Naturzustand der Menschen bevor man sich zur Gesellschaft vereint war Krieg Und dieser nicht in gewöhnlicher Weise sondern als Krieg Aller Gegen Alle.
00:14:53: also Zitat von Hopps.
00:14:54: und jetzt sagt aber Nietzsche Gesellschaftstheorie, also kein Soziologe Nietzsche, sondern Nietzche baut das Ganze dann noch mal in eine Kosmologie quasi ein und sagt nettes Erkennen des Menschen ist ja nur eine ganz kleine Etappe in der Weltgeschichte.
00:15:19: Und eigentlich ist der Mensch ein Nichtser und erklärt dann wie es sich verhält dass das Erkennen des Menschen nur eine Definitionsfrage innerhalb der menschlichen Sphäre ist, die sehr klein im Bezug zur Weltgeschichte ist.
00:15:40: Also wir sagen halt naja ein Kameel ist ein Seugetier.
00:15:44: Beispiel von Nietzsche aus dem Text da.
00:15:46: und wenn ich die Definition des Zeugs mache und dann einen Kameell anschauere, dann ist offensichtlich das Kamelein-Seugetiere, das eine triviale Wahrheit.
00:15:58: Und das ist Blödsinn da.
00:15:59: Also so funktioniert menschliche Erkenntnis zu einem gewissen Grad, zumindest in den Naturwissenschaften.
00:16:08: und dann ist es eine Self-fulfilling Profis hier.
00:16:11: Ja,
00:16:11: das sind ein Prinzip einer Haufen Tautologien eigentlich alles.
00:16:15: Das sind halt Sachen die ihren eigenen Wahrheitswert schon beinhalten in den Definitionen.
00:16:19: Ich finde auch schön dass du das gemeint hast mit.
00:16:21: der Mensch ist eigentlich so unbedeutend und hebt sich immer so hervor.
00:16:23: Das ist auch das, womit er gleich am Anfang in diesen Text einsteigt.
00:16:26: Wenn er von der Mücke spricht... ...die praktisch mit denselben Pathos durch die Luft schwirrt,... wie wir uns in unserem eigenen Denken anfangen um es selbst zu drehen.
00:16:37: Dass da irgendwie so eine... Der Mensch sich schon irgendwie sehr dazu neigt, sich einfach herauszunehmen, weil er eben sich diese Erkenntnisfähigkeit zuschreibt und diese Erkennisfähigkeit aber ganz massiv mit unserer Sprache zusammenhängt.
00:16:50: Zumindest so wie er das darstellt.
00:16:52: Und wenn sich diese Sprache eigentlich als ein Haufen selbst bestätigender Sätze und Formulierungen herausstellt, dann ist es natürlich sehr dünn was übrig bleibt von unserer fantastischen Fähigkeit das Erkennens.
00:17:10: Also auch ein Aspekt mit dem ich irgendwie bisschen gekämpft habe, weil sie den Text gelesen haben, ist zum Beispiel dass er Sprache quasi aufgrund dessen wie sie konstituiert ist prinzipiell mit einer Täuschung verbindet.
00:17:26: und da ist quasi, damit ich gerne eine Frage in die Runde werfen.
00:17:30: Warum bedeutet Sprache prinzipiell Täuschung oder warum hat Sprache etwas mit Täuschen zu tun?
00:17:37: Also
00:17:38: Sprache ist insofern eine Täusche, weil sich die Begründung der Sprache in gewisser Weise umgekehrt hat.
00:17:48: Sprach ist zu einer gesellschaftlichen Konvention würde Nietzsche sagen und wie wir über Dinge sprechen, dessen Gründe finden wir in der Sprache.
00:18:07: Aber eigentlich bedeutet Sprache über Dinge zu sprechen.
00:18:13: Und dann insofern täuscht uns die Sprache als dass wir mit der Sprachbegründungen über die Natur finden wollen.
00:18:23: Ja man muss natürlich auch sagen ersetzt ja auch Gleich am Anfang Intellekt und also die Täuschung mit dem Intellekt gleich.
00:18:31: So, er sagt so das was unser Intellekt macht ist im Prinzip uns einen Haufen hilfreiche Täuschen zu produzieren.
00:18:38: Das ist das was er am Anfang schreibt.
00:18:41: Da spricht er davon eben von den Hilfsmitteln.
00:18:43: Also es ist alles was diese Täusche so dass er tut natürlich auch sehr polimisiere und immer eine sehr harte Sprache benutzen aber sagt einfach das sind halt fantastische Hilfsmittel für uns sie sind halt aber einfach schlichtweg nicht die Realität Und wir neigen halt immer dazu, aus unseren Hilfsmitteln zu sagen das ist jetzt die Realität und dann auch den Rückschuss zu sagen.
00:19:01: Das ist auch das was wir sind und dass es eigentlich wichtig ist.
00:19:04: und warum's geht wie da Manuel jetzt aber schon schön ausgeführt hat.
00:19:08: Ja man rüttchen versucht sein kann zu retten.
00:19:14: Wenn du mein Katt nicht retten darf, dann darfst du wenigstens mir erklären wie Nietzsche ihn so fantastisch kritisiert an welcher Stelle wohin er auseinander nimmt.
00:19:25: In einem Satz fasst Nietzsche das ja selbst schön zusammen, indem er sagt naja logisch geht es also jedenfalls nicht bei der Entstehung des Sprachs zu.
00:19:34: und das ganze Material worin und womit später Mensch der Wahrheit, der Forscher, der Philosoph, Arbeiter und Bautsch dammt wenn nicht aus Wollton-Crucups heim so jedenfalls doch nicht aus dem Wesen der Dinge.
00:19:46: Und Kant postuliert ja ein Ding an sich eine Realität hinter den Dingen.
00:19:51: nochmal und Nietzche sagt Naja Also wie bei Manuel so klappt es halt nicht, oder?
00:19:58: Wir machen Abstraktionen von abstraktionen von Dingen.
00:20:02: Aber wie wir über die Dinge sprechen hat noch nicht mal ein Abstraktions- beziehung noch nicht mehr ein Ding für uns und schon erst recht gibt's dahinter kein Ding an sich sondern diese ganze Erkenntnis dieser ganze Intellekt den du da aufbaust ist einfach Blödsinn.
00:20:25: Ja, ich finde es interessant weil ich lese das mehr noch mal gegen irgendwie so platonische Vorstellungen gerichtet.
00:20:30: aber was er natürlich macht er tut halt diesen ganzen.
00:20:33: also er nimmt halt hier Kant als Vernunftdenker halt auseinander.
00:20:37: Er sagt halt irgendwie diese inherente Logik mehr du eigentlich arbeiten willst junger Mann aus Königsberg die gibt's halt nicht.
00:20:45: Führe dich mal nicht so auf.
00:20:47: Ne, Nietzsche macht Nietzche Ding oder?
00:20:49: Ich
00:20:50: bin kein Mensch, ich bin Dynamit.
00:20:53: Er zersprengt einfach alles was da war bisher an Philosophie und es ist nicht nur Kant, den er in einem Satz auseinander liegt.
00:21:01: Er nimmt auch den britischen Empirismus in einem Satz auseinandern, er nimmt Leibniz im einen Satz aufeinander.
00:21:07: Alles was irgendwie gängige Philosophien, State of the Art Philosophies zu der Zeit war, sprengt er und sagt hey schaut euch mal die Realität an Der Mensch ist ein Nichts in der Weltgeschichte.
00:21:23: Alles was ihr macht, alles erkennen das hier so hoch auf den Throne stellt ist einfach unbedeutend und es sind sowieso eine Abstraktion der Wirklichkeit.
00:21:34: kommt mal runter von einem hohen Rost.
00:21:35: also diese ganze Philosophie darf ruhig mal bisschen bodenständig werden Und genau deswegen veröffentlicht er den Text ja wahrscheinlich auch nicht als Professor im Basel, weil er selber Teil dieser akademischen Bubble war.
00:21:50: Herzlich also selber einfach direkt arbeitslos gemacht.
00:21:54: Würden mich das sollten wir eigentlich auch nochmal irgendwie noch mal nachforschen.
00:21:57: aber ich finde es auf jeden Fall auch eine sehr gute Theorie warum dieser Text genau nicht rausgekommen ist und auch nicht so unwahrscheinlich.
00:22:02: Das gibt's auch immer wieder.
00:22:04: Auch ein Beispiel ist zum Beispiel der David Jung, der auch seine Texte zur Religionskritik nicht veröffentlich hat, als er nur solange noch gelebt hat Weil er der Meinung war, dass es ihm für seinen Weiterleben als auch für Karriere etc.
00:22:14: höchst abträglich hätte sein können.
00:22:17: Gibt zumindest Theorien, die das problemieren.
00:22:19: Auf jeden
00:22:20: Fall
00:22:21: haben wir jetzt eigentlich schon seine wesentlichen Punkte zusammengefasst.
00:22:24: also was ist für ihn Wahrheit?
00:22:26: Was is' für ihn Sprache?
00:22:28: Warum hängt es miteinander zusammen?
00:22:31: Also ich weiß noch nicht ob wir den Wahrheitsaspekt ganz gekrackt haben.
00:22:36: Aber fangen wir mal so an... Grundsätzlich wird einfach die Genese irgendwie vom Mensch sein, quasi beschrieben.
00:22:43: Aufgrund dieses Naturzustandes, den ihr angesprochen hattet braucht der Mensch die Sprache um irgendwie zu funktionieren.
00:22:48: und er sagt sobald man Sprache hat gibt es notwendige Kategorien wie Wahrheit und Lüge weil man kann Sprache nun mal richtig oder irgendwie falsch verwenden.
00:22:56: also wenn ich die Sprachsofe wende wie andere dann können sie mich verstehen beziehungsweise dann wissen die was ich meine Und ich persönlich täusche sie nicht quasi aktiv Und wenn ich das kann, kann ich quasi auch lügen.
00:23:09: Also weit kommt einfach mit Sprache zustande.
00:23:14: aber... Ich hab mich als ich den Text gelesen habe nicht gefragt ob wir nicht, wenn wir Sprache so verwenden wie wir sie irgendwie alltäglich verwenden nicht ohnehin schon die ganze Zeit lügen.
00:23:26: also weil ich hatte eine starke Intuition dass also Vanity ist natürlich ganz klar darauf angewiesen dass Sprache irgendwie immer noch ein wahrheitsfähiges und funktionierendes Konstrukt ist, weil wenn es sich nicht sei dann braucht er seinen Text nicht schreiben sondern also kann es irgendwie bleiben lassen.
00:23:40: Darüber wäre ich natürlich schon angewiesen.
00:23:42: Deswegen will er schon... Ich hatte eben deswegen ein starkes Gefühl dass er eher auch einfach darauf verweisen will oder daran erinnern will wie Sprache zustande gekommen ist und wie Sprach unser Weltbild strukturiert.
00:23:56: und das wenn die Sprache einfach irgendwie als was Natur gegebenes oder Notwendiges verstehe Dann habe ich ein vollkommen falsches Bild davon, wie die Welt strukturiert ist und wie sie funktioniert.
00:24:05: Und also dann belüge ich quasi andere und mich selbst auch wenn ich Sprache so verwende, wie man es eigentlich sollte.
00:24:12: Und das glaube ich auch irgendwie der Täuschungskarakter den Nietzsche in der Sprache sieht.
00:24:18: Aber dann ist ja irgendwie die Frage – Wie kann man's richtig machen?
00:24:21: Also wie verwendet man denn die Sprache dir und wie verwenden man Wahrheiten die an einer Stelle als Illusionen, von denen man vergessen hat das sie welche sind bezeichnete.
00:24:31: Wie macht man es dann um irgendwie nicht sich selbst und andere zu täuschen?
00:24:37: Also meine erste Idee da wäre ja zu sagen so dass er halt lügen in diesem Nietzsche Kontext der beschreibt ja explizit außer moralisch.
00:24:46: Das heißt also ist hier nicht darum geht dass ich dich bös für die Täusche oder irgendwas sondern dass ich halt formal richtige oder formal falsche Dinge ausdrücken kann in einem funktionierenden Sprachsystem.
00:24:57: Ich glaube, das ist ihm dann gar nicht so.
00:24:59: Und ich finde was dem, was du sagst, find' ich sehr interessant, dass man daraus weiterfeuern kann okay?
00:25:03: Das heißt Sprach is also inherent veränderlich und wir können sie dann also auch verändern.
00:25:08: uns ist inherent konstruiert naja spricht ja immer von dieser Münze die dann irgendwie geprägt wird.
00:25:12: Das heißt es ist nichts uns vorgeordnete sondern etwas nachgeordnetes was dann natürlich dann sicherlich für viele spätere DenkerInnen wie zum Beispiel ein Michel Foucault oder solche Formen von Diskurstheorien irgendwie interessante Sachen sind oder da sehr anschlussfähig Glaube aber gar nicht, weil mein Eindruck ist zu sagen dass er sagt es einfach so ein fundamentales Hilfsmittel des wir haben.
00:25:33: Es geht gar nicht darum ob wir das richtig oder falsch verwenden Wir haben einfach nur diese einer Möglichkeit es zu verwenden wenn wir das halt vergessen und dann irgendwie wie manuel das so schön anfangen so schön ausgeführt hat Anfang hochtrahmende philosophie zu machen Die versucht irgendwelche wahrheiten zu finden die es irgendwie eigentlich gar nicht in der form gibt Weil es eh alles erst mal durch den filter mensch läuft und dann nur in diesem ganzen sprachsystem Mensch irgendwie sinn ergibt dass man sich, wie soll man sagen dieser Art diesen Philosophinnen am besten einfach mal vor Schienbein tritt und sagt ja Leute das ist es halt einfach nicht kommt mal runter beschäftigt euch mit irgendwelchen wirklich relevanten Fragen wie zum Beispiel der Frage wie wir jetzt nämlich eigentlich leben sollen.
00:26:10: Ja aber so ist es ja auch nicht da.
00:26:14: Nietzsche ist dann noch viel krasser weil also auf der einen Seite packt er die lebenswältige Sprachkritik aus und formuliert zu einem Vorläufer einer Diskurskritik à la foco Aber da bleibt er nicht bei stehen.
00:26:30: Er ist kein Soziologe, sondern der packt es schon in einen metaphysischen Kontext und zwar im materialistischem metaphysischen Kontext.
00:26:37: Und das finde ich richtig krass, weil er de facto in einem Absatz Thomas Nagels' What It's Like To Be A Bad wie es ist eine Fledermaus zu sein vollkommen vorwegnimmt und einfach sagt, hey!
00:26:51: Das Problem des fremdpsychischen.
00:26:53: Und Thomas Nagel hat mit diesem Aufsatz einfach den kompletten Behaviorismus beendet, im zwanzigsten Jahrhundert.
00:27:00: Und Nietzsche sagt, hey, dieses Problem des Fremds, das haben wir ja und es sagt der Achtzehn oder Traunen Siebzig.
00:27:06: Ja also wir wissen nicht wie ist ein anderer Mensch zu sein?
00:27:10: Und erst recht wissen wir es nicht wie es ist ein Vogel zu sein oder ein Insekt zu sein!
00:27:16: Ich treffe extrem viele Weltsichten.
00:27:20: Also Nietzsche sagt Weltperzeptionen, Weltwahrnehmungen aufeinander.
00:27:26: Die sich ein überlappendes Bild von einer Wirklichkeit in Anführungszeichen ergeben.
00:27:31: und da gibt es keine richtige Wahrnehmung dahinter und es gibt vor allem keinen Maßstab dahinter der Wahrheit messen kann weil es zwischen dem Subjekt keine Kausalität innerhalb der Wahrnehmung gibt.
00:27:51: Und deshalb kann es keine Richtigkeit geben, ja?
00:27:55: Alles was dann noch üblich bleibt sind ästhetische Urteile, das mag ich nicht!
00:28:01: Das finde ich schön, das finde ich nicht schön.
00:28:04: Also was wäre denn eine Kausality zwischen Subjekt und Objekt?
00:28:09: Ne die kannst im Sinne des Erkennens nicht geben.
00:28:12: Ja exakt aber wie machen wir das?
00:28:14: greifbar
00:28:16: Naja, das können dann eben nur ästhetische Urteile über das Objekt sein.
00:28:20: Okay.
00:28:21: Ritchie finde ich sympathisch!
00:28:22: Julius finde ich sympatisch!
00:28:25: Natürlich
00:28:25: Merz finde ich nicht sympathisch ja
00:28:27: so...
00:28:29: Ist dann halt also alles was dann zwischen Subjekt und Objekt üblich bleibt?
00:28:35: Bei dieser Trennung zwischen quasi der Subjekt-Objektsphäre finde ich da kommt dann irgendwie Nietzsche's Wissenschaftskritik mit rein Und das fand ich sehr spannend.
00:28:46: Ich denke Nietzsche's Kritik an dem, was die Wissenschaftler seinerzeit quasi so tun ist.
00:28:52: Dass sie versuchen Sprache zu verwenden um irgendwie die Realität zu untersuchen und da irgendwelche Erkenntnisse zu erlangen.
00:28:59: Sei es also irgendwelchen Begriffe dann unter anderen Begriffen zu bringen und das alles irgendwie so zur Ordnung zu kategorisieren whatever also wie das genau ausschaut aber also nicht.
00:29:09: das Problem hiermit ist eben dass die Wissenschaftlar in ihrem Geschäft so tun, als hätten sie die Welt selbst vor sich.
00:29:16: Dabei haben Sie eigentlich quasi nur die Menschen gemachten und so schon eh fehlerhaften
00:29:20: bzw.,
00:29:21: weil sie menschengemacht sind von der Objektiven also der Realität getrennten Bausteinen zu tun.
00:29:27: Und aber meinen eigentlich als würden sie quasi mit der Welt selbst irgendwie arbeiten?
00:29:31: Das fand ich ein sehr spannender Punkt.
00:29:32: und da habe ich mich dann gefragt wie das zusammenhängt mit diesem Konstrukt von dem Bau der Begriffe den er anspricht.
00:29:40: Also er nennt es mal Bau, mal Bollwerk.
00:29:42: Der hat da ganz tolle Wörter für was die Sprache als Ganze quasi ist und wie das miteinander zusammenhängt bzw ja genau wie sich das verhält.
00:29:50: Das war nicht sehr spannend aber bin auch nicht ganz durchgestiegen.
00:29:54: Ja schreibt ja und die der wissenschaftlichen Wahrheit ganz anders geartete Wahrheiten mit den verschiedensartigen Schildzeichen entgegenhalten.
00:30:20: Er setzt halt diesen erkennenden Mensch, diesen vernünftigen Mensch mit einem feigen Menschen auch irgendwie gleich, mit einem Menschen, der sich in einer Sicherheit, die es nicht geben kann nämlich in einer Sicherheit aus Begriffen bewegen muss.
00:30:33: Und das ist dann das Bollwerk!
00:30:34: Und alles was das infrage stellt – es können ja verschiedene Sachen sein, es könnte zum Beispiel eine Nietzsche sein, aber vielleicht auch eine religiöse Person sein gegen die muss er sich einfach hart verteidigen.
00:30:44: Denn, er setzt halt... mich ist gerade schon formuliert habe aber für ihn gibt es irgendwie ein mutiges Moment im Mensch sein und es gibt irgendwie ein ängstliches Moment im Menschen sein.
00:30:53: und zu dem mutigen Moment kommen wir vielleicht jetzt noch?
00:30:56: Vielleicht bin ich auch schon so schnell.
00:30:58: Was
00:30:58: da was aber auch in analytischer Sprache Quine formulierte, naja wir haben mal einen Web auf Belief, einen Netzausüberzeugungen und dann die Kerne Überzeugung und den lassen wir ungerne rütteln.
00:31:11: Nur wirklich, wenn es wirklich sein muss werfen wir den Board.
00:31:15: Und außen haben wir Überzeugungen die eher leichter veränderlich sind und genau diesen Prozess beschreibt Nietzsche hier in so einer bildlichen Sprache her dass der Mensch bezaubert Verglück.
00:31:29: wenn der Rapsode im epischen Märchen wie wahr erzählt oder Schauspieler im Schauspielen König noch königlicher agiert als ihn die Wirklichkeit zeigt dann lassen wir uns da gerne davon täuschen, das ist großartig.
00:31:46: Ja und ich finde es interessant also diesen dieses moment sich täuschend zu lassen, dass findet er glaube ich gar nicht so negativ eigentlich ne?
00:31:53: Ich habe immer den Eindruck ihr macht das gar nicht sehr schwach!
00:31:56: Also er findet das gar nichts so schlimm.
00:31:59: Die Frage ist ja quasi wo setzt Täuschung ein?
00:32:03: weil wenn man irgendwie nie zufolge richtig mit der Realität umgeht und versteht dass man die Realität einfach nicht so behandeln kann, wie es zum Beispiel die Wissenschaftler tun und so weiter.
00:32:16: Und das man dadurch sich dann öffnet für anderes Fähren, wie du gerade meintest Manu quasi... Das ist kein Realitätsverlust, sich sowas zuzuwenden sondern es ist ein anderer Umgang mit der eigenen Situation in der Realität und hat so eher Chancen.
00:32:30: und deswegen ja ich würde auch sagen, wenn Täuschung dann nicht zwingend negativ aber man muss es quasi richtig machen.
00:32:37: also man muss sich irgendwie richtig täuschen lassen vielleicht auch eben eher täuschen lassen, als sich täuschnen.
00:32:45: Ah ok du würdest sagen der Unterschied ist beim Rapsoden weiß ich und ich gebe mich dem hin das es nicht der Realität entspricht.
00:32:52: Ich weiß dass in dem Moment wo der Rapsode ne also ein griechischer Geschichtenerzähler in dem der mir was weiß ich von Hercules erzählt weiß ich dass es nicht einer Realität entsprechend wie der Stein den gerade vor mir sitzt eine Realität anspricht.
00:33:07: aber der Wissenschaftler der sich hinstellt und seinen Begriffsapparat benutzt, der täuscht sich praktisch oder um es mit Manu's Verb of Belief zu sagen.
00:33:16: Da gibt´s einfach ganz tiefe Kernüberzeugungen und die dürfen nicht angegriffen werden.
00:33:21: Alles andere wird aufgegeben bevor das geopfert wird.
00:33:23: Der große Fun für Nietzsche ist, glaube ich, wenn wir uns im richtigen Weise täuschen lassen, wenn man uns über Bewusstentersprache Realität verzerrt dann Bedingungen der Möglichkeit für echten Fortschritt, nämlich für tätiges Handeln und nicht für ein sich selbst reproduzierendes System Aussprache.
00:33:51: Genau darauf will Nietzsche ja mit dem ganzen Text dann auch letztlich hinaus.
00:33:55: das er sagt eigentlich geht es darum dass wir etwas tun.
00:34:01: dieses tun muss zumindest selbst erfüllen sein und soll wahrscheinlich niemanden schaden.
00:34:12: Also das was ich dann hier ganz was eben zum Schluss des Textes passiert so spannend fand, ich nenne es mal kurz quasi einmal der Künstler versus der Wissenschaftler oder an einer anderen Stelle nennt das den intuitiven Menschen gegen den vernünftigen Menschen, ist dass hier der Intellekt, den er ganz am Anfang des Textes so wahnsinnig polemisch quasi wirklich in die Tonne schmeißt auf einmal irgendwie an Wert gewinnt und wieder verwendet wird.
00:34:35: Also wieder wieder an Relevanz gewinmt.
00:34:37: weil Nietzsche sagt eben nicht, der Intellekte ist prinzipiell verkehrt.
00:34:41: Er sagt wir haben uns irgendwie einfach nur was Furchtbares darauf eingebildet Deswegen auf eine Art und Weise komplett Realitäts vergessen.
00:34:52: Aber eigentlich ist er zu was sehr gutem da, nämlich im Kunst erschaffen sich den Sachen hingeben.
00:35:02: Das birgt dann auch irgendwie so eine Art von Coping, also eine Art der Realitätersbewältigung oder mit Menschsein umgehen.
00:35:11: Der Wissenschaftler tut es auf eine pathologische krampfhafte Art und Weise und hält sich an etwas fest.
00:35:17: Es klappt aber einfach nicht, also Nietzsche sagt auch an der Stelle das einzige was der Wissenschaftler vielleicht schafft ist sich von Schmerz zu bewahren.
00:35:25: Aber das was der intuitive Mensch tut, er öffnet sich quasi irgendwie für die Freuden oder eben für Täuschungen die aber etwas Schönes sein können.
00:35:34: und an dieser Stelle möchte ich auch gerne ein Zitat anbringen.
00:35:38: Ein sehr tolles Zitat und da spricht Nietzche ein Beispiel.
00:35:45: Und also Nietzsche zitiert Pascal, ich zitiere quasi auch Pascal.
00:35:49: Wenn ein Handwerker gewiss wäre jede Nacht zu träumen volle zwölf Stunden hindurch dass er ein König sei so glaube ich sagt Pascal das er ebenso glücklich wäre als sein König welcher alle Nächte während zwölft stunden träumte er seinen handwerker.
00:36:05: Also Täuschung und Realität scheinen hier dann auf einmal verschwimmen und deswegen quasi auch nicht mehr diese diese Wertungen zu haben die die irgendwie anfangs drin war.
00:36:18: Würdet ihr sagen, dass der schaffende Mensch wie Nietzsche sich vorstellt ein intuitiver ist?
00:36:23: Ein fantasievoller Mensch?
00:36:25: Aber vor allem auch ein setzer Mensch.
00:36:26: Nietzche
00:36:27: ist natürlich ein Dionysischer, der lebt und exzessiv tut.
00:36:34: Da kann man bei Nietzchen nicht drum herumdiskutieren.
00:36:37: Nietzes Mensch ist kein aprolinischer.
00:36:40: Ein Genussmensch!
00:36:42: kein Mensch der sich an schönen Formen ergötzt, sondern es ist ein Mensch, der sich am schönen Handeln ergötzt eigentlich.
00:36:48: Oder Anhandlungen die schön sind oder die erfüllen sind auch am Rausch.
00:36:52: Ich glaube wir sind jetzt ganz gut durch den Text gekommen.
00:36:54: hat einer von euch noch einen letzten Punkt Ein letztes Zitat das man doch unbedingt vorlesen muss Jungs letzte Chance now!
00:37:00: Ich weiß ja ich brennt noch was auf dem Lippen.
00:37:02: ich bin mir sicher dass ihr noch etwas Schönes habt weil er muss auch sagen Der Mann schreibt fantastisch wortgewaltig gestochen scharf auch und Er hat sich jetzt halt hier ich meine wieder draußen, werdet ihr irgendwie auch so mitbekommen haben.
00:37:16: Aber das sind acht Seiten Text und man kann im Prinzip einmal durch die komplette Philosophie-Geschichte damit gehen zu seiner Zeit vor seiner Zeit und nach seiner Zeit noch weil da einfach so viel drin ist.
00:37:29: Also ich hätte in der Tat noch ein Zitat, dass auch zu dem was wir jetzt ganz zum Schluss besprochen haben und was irgendwie nochmal mein Verständnis bestärkt hat quasi der Intellekt Wenn man ihn richtig verwendet, was Gutes ist.
00:37:43: Und aber spitzt irgendwie auch noch mal zu, was die falsche Verwendung des Intellects ist?
00:37:47: Ich lese es vor!
00:37:48: Der Intellekt jener Meister der Verstellung ist so lange frei und seinem sonstigen Sklavendienste enthoben als ertäuschen kann ohne zu schaden... ...und feiert dann seine Saturnalien.
00:38:00: Das Saturnal den große römische Lange Feste.
00:38:03: Exzessive Feste auch.
00:38:05: Manuel Last Chance?
00:38:07: Ja ich schließe mit dem meinem Lieblingsdetatus Axe Homo.
00:38:11: Ich bin kein Mensch, ich bin Dynamit!
00:38:13: Und in diesem Sinne.
00:38:14: Ich hoffe bei euch zu Hause ist nicht so viel explodiert.
00:38:18: Vielen Dank an den Julius nochmal.
00:38:20: Vielen dank an Manu natürlich auch und vielen Dank an euch fürs Zuhören.
00:38:24: Ciao ciao bis zum nächsten Mal.
Neuer Kommentar